- Zu den Niyamas aus dem 8-gliedrigen Pfad
Tapas - Svadhyaya - Ishvara Pranidhana im Yoga Sutra II,1
„Brennender Eifer bei der Übung, eigenes Studium der Schriften, Selbsterforschung und Hingabe an Gott sind die Elemente des Yoga der Tat.“
(B.K.S. Iyengar)
„Unsere Yogapraxis muss drei Qualitäten vereinigen: Klärung, Selbstreflexion und Akzeptanz unserer Grenzen.“ (Desikachar)
„Im Kriya-Yoga (Yoga der Tat), dem Weg zur Vollkommenheit, geht es um die Läuterung des Körpers, der Rede und des inneren Sinns. Unser Körper wird durch Selbstdisziplin (tapas), unsere Rede durch Selbsterforschung (svadhyaya) und unser Sinn durch Gottesliebe (ishvara pranidhana) geläutert.“ (Iyengar)
Tapas (Hitze, innere Glut, Askese, spirituelle Praktik, Reinigung)
Im Yoga Sutra steht Tapas für positive spirituelle Praktiken und geistige Übungen, um Vollkommenheit von Körper und Sinnen zu erlangen. In der Baghavad Gita ist Frohsinn, Gelassenheit, Güte, Maunam (Praxis des Schweigens) und Selbstbeherrschung gemeint. Das Überwinden von Abhängigkeiten führt zur inneren Befreiung.
Svadhyaya (das eigene Studium)
Weniger intellektuell gemeint, sondern ein Kontemplieren und Meditieren über den spirituellen Inhalt der Schriften.
Dabei bilden die Lehren nur einen Wegweiser, der uns hilft, den Blick nach innen zu richten, zu erkennen, wer wir wirklich sind. Letztlich die Erfahrung der Vereinigung mit einer höheren Kraft, die Erfahrung des Göttlichen in der Tiefe unserer Existenz.
Ishvara Pranidhana (Hingabe an Gott)
Dabei muss ich nicht an Gott glauben, aber akzeptieren, dass es Dinge gibt, die nicht in meiner Hand sind. Ob ich es Gott, höhere Kraft/Gewalt, Universum oder sonst wie nenne, „es geht um eine Kultivierung einer grundsätzlichen Haltung des Vertrauens in das Leben, die weit über das hinausgeht, was ich persönlich aus eigener Kraft herstellen kann.“ (Eckard Wolz-Gottwald, D.Y.F. 10/2012).
Diese drei Niyamas werden an den Anfang des 2. Kapitels gestellt und stellen die Quintessenz der Yoga-Praxis dar. Das Ziel ist die Kultivierung einer inneren Haltung, die Niyamas am Ende unnötig machet. Sie sind das 2. Glied des 8-gliedrigen Pfades im Yoga Sutra des Patanjali.
Die zwei anderen Niyamas sind:
Shauca (Reinheit)
Es geht sowohl um Sauberkeit im Äußerlichen (Körperpflege, Ordnung) als auch um innere, geistige Reinheit, die zu Klarheit und Bewusstheit über mein wahres Selbst führt.
Samtosha (Zufriedenheit, innere Ruhe)
Dabei geht es um die Auflösung der Gebundenheit an Wünsche, nicht um deren Erfüllung. Denn jeder Wunsch zieht einen neuen Wunsch nach sich.
Erst wunschloses Glück lässt dich inneres Glücksgefühl erfahren.