Patanjali Yoga Sutra II Der Achtgliedrige Pfad
- Asana (im Sanskrit n., Körperhaltung, Sitz, Matte)
Sthira Sukham Asanam (Yoga Sutra II.46)
„Stabil und leicht soll die Asana sein.“ – der wohl wichtigste Satz über die Qualität der Asana.
Iyengar interpretiert dies so: Zur Ausführung eines jeden Asana gehört ein Gefühl körperlicher Festigkeit, Stetigkeit und Ausdauer. Außerdem braucht man guten Willen, Bewusstheit und Freude. Die Ausführung eines Asana sollte Kräfte wecken und erleuchtend wirken.
Patanjali fordert dabei die größtmögliche Aufmerksamkeit, auch in einer Meditations-Asana. Ständige Reflexion erzeugt – wie auch bei den Yamas und Niyamas – am Ende Harmonie. Viele Asanas wirken heilend auf das Nervensystem und sorgen dafür, dass die Energie ungehindert fließen kann, auch beim Pranayama.
Ein Asana besitzt mehrere Funktionsebenen:
Willensaspekt: Einsatz der Muskulatur
Kognitive Ebene: Wahrnehmung der Körperhaltung
Mentale und intellektuelle Ebene: Führen zu einer noch korrekteren Ausführung
Spirituelle Ebene: Körper, innerer Sinn und Seele sind eins.
Asana steht für einen Seinszustand, in dem sich der Übende physisch und mental fest, ruhig, still und angenehm fühlt. Im Raja Yoga des Patanjali verweist Asana auf die Sitzhaltung.
Beschreibungen von verschiedenen Körperhaltungen im
Hatha Yoga (Yoga der Kraft, 9./10.Jhdt.) von Goraksha
und vor allem in der
Hathapradipika 1:17 (Swatmarama, 14.Jhdt.)
Durch Asana wird die Festigkeit im Körper und Geist sowie Freiheit von Krankheit und Beweglichkeit der Gliedmaßen erlangt.
„Asanas sind bestimmte Körperhaltungen, durch die sich Energiewege und psychische Zentren öffnen…. Hatha Yogis erkannten weiter, dass durch die Kontrolle über den Körper mit Hilfe von Asana auch der Geist unter Kontrolle gebracht werden kann. Deshalb ist die Übung von Asana in Hatha Yoga so wichtig“. (Satyananda Saraswati, Asana, Pranayama, Mudra, Bandha, S.8)
Aus der Vielzahl von Asanas wurden in der Hathapradipika 84 herausgenommen und beschrieben. Diese wurden nach Namen von Weisen, von geometrischen Figuren, Körperteilen oder von Tieren erhalten haben.
Asanas mit Tiernamen (Kobra, Löwe, etc.)
Die Weisen Rishis sahen tagtäglich, wie Tiere in Harmonie mit ihrem Körper leben, und haben sich einige ihrer Bewegungsformen zu eigen gemacht, um die eigene Gesundheit aufrecht zu erhalten und den Herausforderungen der Natur zu begegnen.
Hatha Yoga möchte eine Balance zwischen den Aktivitäten und Prozessen der pranischen (energetischen) und mentalen Kräften schaffen. Dabei sorgt es für gute Gesundheit (grobstoffliche) und erweckt die Zentren des höheren Bewusstseins (feinstoffliche Ebene).
Jede mentale oder emotionale Anspannung oder Blockade zeigt sich auch auf körperlicher Ebene.
Erste Abbildungen finden sich auf Siegeln der Indus-Kultur in der Bronzezeit, 2800-1800 v. Chr.
Quellen:
Das Yoga-Lexikon, Wilfried Huchzermeyer
B.K.S.Iyengar: Der Urquell des Yoga
Swami Satyananda Saraswati: Asana Pranayama Mudra Bandha