Aparigraha
Aparigraha Nicht-Besitzen Yoga Sutra 2, 39
„Das Wissen um vergangene und künftige Leben entfaltet sich, wenn man frei von Habgier ist.“ (B.K.S. Iyengar)
„Jemand, der sich auf das beschränken kann, was er braucht und was ihm zusteht, fühlt sich sicher. Ein solcher Mensch findet Zeit zum Nachdenken, und er wird ein vollkommenes Verständnis von sich selbst gewinnen.“ (T.K.V. Desikachar)
„Wer in Nicht-Greifen gefestigt ist, erkennt den Grund seiner Existenz.“ (R. Skuban)
Was bin ich? Wozu bin ich da? Das sind die essentiellen Fragen, die kommen, wenn wir auf der Suche nach uns selbst sind.
Im Alltag begegnen uns ständig Dinge, die wir haben möchten, wir bilden uns ein, sie zu brauchen, mit ihnen glücklicher und zufriedener zu sein. Gier und Verlangen stehen Aparigraha immer dann entgegen, wenn wir uns mit dem, was wir haben, identifizieren: Mein Auto, mein Haus, mein Partner, meine Kinder, mein Irgendetwas.
Dabei müssen wir nicht allem entsagen. Die Yamas wollen uns nicht die Freude im Leben nehmen, unser Besitz soll uns nur nicht so wichtig sein, wir sollen uns nicht darin verlieren. Brauchen wir ein teures Geschenk, um uns wertvoll zu fühlen? Wir sind wertvoll! Fahren wir ein teures Auto, um zu zeigen, wer wir sind, was wir uns leisten können? Bin ich mehr wert, wenn ich mehr Geld verdiene? Alle physischen Dinge sind vergänglich, und die jüngsten Kriege oder Naturkatastrophen führen uns vor Augen, wie wir von einem Moment auf den anderen nur mit dem, was wir auf dem Leib haben, dastehen können.
„Wenn du etwas hast, was du nicht weggeben kannst, besitzt du es nicht, sondern es besitzt dich.“ (Albert Schweitzer)
Wenn wir aufhören, den Dingen, die wir besitzen, so viel Bedeutung zu schenken, merken wir, dass Erfüllung und Glück im Sein liegen - nicht im Haben.
Machen wir uns unabhängig vom Besitzdenken, vom Haben-Wollen und finden wir heraus, was uns wirklich wichtig ist, wie wir uns selbst treu sein können! Wenden wir diesen Drang nach „besser und mehr“ nach innen, indem wir unser Bestes aus uns selbst machen, unser Potential mehr und mehr wachsen und sich entfalten lassen, um der Antwort auf die Fragen, uns selbst näher zu kommen:
Wer bin ich? Wozu bin ich da?
Neben materiellen Anhaftungen sind es Gedanken, Meinungen, Gefühle, alte Geschichten und andere Menschen, an die wir uns klammern. Menschen, die wir lieben, nicht loslassen zu können, bedeutet Leid. Lassen wir uns jetzt darauf ein, dass unser Leben und das unserer Liebsten enden wird, unsere Kinder ihr eigenes Leben führen werden. Zeigen wir, dass wir wertvoll sind und es dazu keine Geschenke braucht, mit denen wir Menschen an uns binden, ihre Liebe kaufen wollen.
Aparigraha im Alltag.
Wann und wo neigst Du dazu, etwas zu kaufen, obwohl Du es nicht brauchst?